CoachMatch
Ratgeber Für Vereine

Trainermangel im Verein: 7 Wege, wie ihr neue Trainer:innen findet

Für 40 % der Berner Sportvereine ist die Trainersuche ein grosses Problem. Sieben bewährte Wege, wie euer Verein trotzdem neue Leute gewinnt.

Blerton Sadiki
UEFA-C-Trainer und Gründer von CoachMatch
·2 Min. Lesezeit·Aktualisiert 11.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Für 40 % der Berner Sportvereine ist es ein grosses oder sehr grosses Problem, Trainer:innen zu finden und zu halten.
  • Am meisten bringen konkrete Ausschreibungen, persönliches Ansprechen und echte Wertschätzung.
  • Wer die Ausbildung übernimmt und den Aufwand auf ein Team verteilt, macht den Einstieg leichter.

Fast jeder Verein kennt es: Die Saison rückt näher, und für ein Team fehlt die Trainerin oder der Trainer. Die Studie «Sportvereine im Kanton Bern 2024» zeigt, wie verbreitet das ist: Für 40 Prozent der Berner Sportvereine ist es ein grosses oder sehr grosses Problem, Trainer:innen zu finden und zu halten. Von den Vereinen, die keine oder nur beschränkt neue Mitglieder aufnehmen können, nennen zwei Drittel fehlende Trainer als Grund.

1. Konkret ausschreiben

«Trainer gesucht» reicht nicht. Nennt Team, Trainingstage, Aufwand und was ihr bietet. Wie das geht, zeigt unsere Vorlage für Trainerausschreibungen.

2. Eltern gezielt ansprechen

Viele Eltern stehen ohnehin jede Woche am Spielfeldrand. Ein persönliches Gespräch wirkt besser als ein Aufruf im Gruppenchat – vor allem, wenn ihr erklärt, dass niemand allein anfangen muss.

3. Eigene Spieler:innen nachziehen

Aktive und ältere Junioren kennen den Verein und seine Werte. Als Co-Trainer:in in einem jüngeren Team sammeln sie erste Erfahrungen. Mehrere Kantone bieten dafür eigene Programme an, etwa «1418coach» für Jugendliche, die im Verein mithelfen möchten. Fragt beim kantonalen Sportamt nach.

4. Die Ausbildung übernehmen

Kurskosten sind für viele eine Hürde. Übernehmt sie ganz oder teilweise. Wer einen J+S-Leiterkurs absolviert, kann als anerkannte:r J+S-Leiter:in Trainings leiten – und euer Verein kann für J+S-Kurse Beiträge erhalten. Welche Diplome es gibt, steht im Ratgeber Trainerausbildung in der Schweiz.

5. Im Team statt allein

Ein Team aus Haupt- und Co-Trainer:in verteilt den Aufwand und senkt die Hemmschwelle. Laut der Berner Vereinsstudie hält fast die Hälfte der Vereine Jobsharing – Aufgaben auf mehrere Personen verteilen – für eine wirksame Massnahme.

6. Wertschätzung zeigen

Knapp zwei Drittel der Berner Vereine sehen mehr Wertschätzung durch den Verein als wirksamen Weg, um Ehrenamtliche zu gewinnen. Eine moderate Entschädigung halten dagegen nur gut ein Fünftel für erfolgversprechend. Ein Dankeschön-Anlass, Vereinskleidung oder regelmässiges Feedback wirken oft mehr als Geld.

7. Dort suchen, wo Trainer:innen suchen

Viele Trainer:innen suchen aktiv ein neues Team – aber nicht in eurem Vereinschat. Erfasst euer Gesuch zusätzlich dort, wo nach Region und Teamstufe gesucht wird, zum Beispiel kostenlos auf CoachMatch.

Häufige Fragen

Wie viele Vereine haben Mühe, Trainer:innen zu finden?

Im Kanton Bern ist es laut der Studie «Sportvereine im Kanton Bern 2024» für 40 Prozent der Sportvereine ein grosses oder sehr grosses Problem, Trainer:innen zu finden und zu halten.

Braucht man ein Diplom, um Junioren zu trainieren?

Für J+S-Angebote braucht es eine J+S-Leiteranerkennung: für Kinder von 5 bis 10 Jahren die Anerkennung Kindersport, für Jugendliche von 10 bis 20 Jahren die sportartspezifische Anerkennung Jugendsport.

Wo können Vereine kostenlos nach Trainer:innen suchen?

Zum Beispiel auf CoachMatch: Vereine erfassen ihr Gesuch kostenlos, Trainer:innen aus der Region finden es über die Suche.

Quellen: Schweizer Sportobservatorium: Sportvereine im Kanton Bern 2024 (im Auftrag des Kantons Bern) · Jugend+Sport: J+S kurz gefasst (Kanton Freiburg)

Blerton Sadiki

Blerton ist UEFA-C-Trainer im Schweizer Amateurfussball und hat CoachMatch gegründet, damit Vereine, Trainer:innen und Spieler:innen einfacher zusammenfinden.